Unsere Wildpflanze des Monats August
(letztes update: 26.07.1998)


Der echte Engelwurz (Angelica archangelica)
Familie:        Doldengewächse (Apiaceae)
Blütezeit:      Juli bis August
Sammelzeit:     Blätter und Stengel, Mai bis Juli; Wurzel, Sept. bis Okt.
Sammelgut:      Blätter und Stengel sowie die Wurzel (Radix Angelica)
Inhaltsstoffe:  Wurzel, 0,3 bis 1,5% ätherisches Öl,
                Furanocumarine (Bergapten, Angelicin, Archangelicin u.a.),
                Bitterstoffe, Osthol, Imperatorin, Harze, Wachse und Zucker
 
Der echte Engelwurz ist eine kräftige bis zu 2m hohe Pflanze, deren Stengel am Ansatz armdick sein kann und fein gerillt ist. Die Blätter sind hellgrün und zwei- bis dreifach gefiedert. Die grünlichen Blüten stehen in 20 bis 40strahligen Dolden.

Eine Verwechslungsmöglichkeit mit dem sehr giftigen gefleckten Schierling ist für das ungeübte Auge möglich. Dieser wächst aber bevorzugt an viel trockeneren Standorten. Wahrscheinlicher ist aber eine Verwechslung mit anderen Engelwurzarten, dem Waldengelwurz (Angelica sylvestris, unterwärts runder Stengel, wie beim echten Engelwurz) oder dem Sumpfengelwurz (Angelica palustris, scharfkantig gefurchter Stengel).

Die meist zweijährige Pflanze des echten Engelwurz hat im ersten Jahr eine fast rübenförmige Wurzel, die sich im zweiten Jahr zu einem schwammigen Wurzelstock entwickelt. Dieser wird dann gesammelt und längs gespalten getrocknet.
Ebenso können die jungen Blätter und Stengeltriebe vor der Blüten gesammelt werden. Die jungen Stiele werden abgeschält und zu Stielmus zerkocht oder als Stückchen in Zuckerlösung eingekocht oder kandiert.

Die Pflanze steht am Ufer von Flüssen, Bächen und Gräben, auf feuchten Wiesen, in Wäldern, im Röhricht und Weidengebüsch.
 
 
Als wohl wichtigste Anwendung des echten Engelwurz ist die Verwendung der Wurzel in Magenmitteln. Die Bitterstoffe und das ätherische Öl bedingen die appetitanregenden und verdauungsfördernden Eigenschaften durch Anregen der Magensäure- und Pepsinproduktion. Ein berühmter Bitterlikör dessen Hauptbestandteil Radix Archangelica ist, wird in Westfrankreich im Marais Poitevin (nähe Niort) produziert. In diesem riesigen Sumpfgelände hat sich der echte Engelwurz massiv angesiedelt.

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Die Abbildung wurde folgendem Buch entnommen:
Heilpflanzen gestern und heute, Dr Hans-Peter Dörfler, Prof. Dr Gerhard Roselt, Urania Verlag