Eine Verwechslungsmöglichkeit mit dem sehr giftigen gefleckten Schierling ist für das ungeübte Auge möglich. Dieser wächst aber bevorzugt an viel trockeneren Standorten. Wahrscheinlicher ist aber eine Verwechslung mit anderen Engelwurzarten, dem Waldengelwurz (Angelica sylvestris, unterwärts runder Stengel, wie beim echten Engelwurz) oder dem Sumpfengelwurz (Angelica palustris, scharfkantig gefurchter Stengel).
Die meist zweijährige
Pflanze des echten Engelwurz hat im ersten Jahr eine fast rübenförmige
Wurzel, die sich im zweiten Jahr zu einem schwammigen Wurzelstock entwickelt.
Dieser wird dann gesammelt und längs gespalten getrocknet.
Ebenso können die jungen
Blätter und Stengeltriebe vor der Blüten gesammelt werden. Die
jungen Stiele werden abgeschält und zu Stielmus zerkocht oder als
Stückchen in Zuckerlösung eingekocht
oder kandiert.
Die Pflanze steht am Ufer
von Flüssen, Bächen und Gräben, auf feuchten Wiesen, in
Wäldern, im Röhricht und Weidengebüsch.
Als wohl wichtigste Anwendung
des echten Engelwurz ist die Verwendung der Wurzel in Magenmitteln. Die
Bitterstoffe und das ätherische Öl bedingen die appetitanregenden
und verdauungsfördernden Eigenschaften durch Anregen der Magensäure-
und Pepsinproduktion. Ein berühmter Bitterlikör dessen Hauptbestandteil
Radix Archangelica ist, wird in Westfrankreich im Marais Poitevin (nähe
Niort) produziert. In diesem riesigen Sumpfgelände hat sich der echte
Engelwurz massiv angesiedelt.